Inhalte werden überbewertet

In der gestrigen Sitzung des StuPa hat der AStA bzw. die einzelnen Referate ihren Rechenschaftsbericht vorgelegt. Doch außer der Auflistung von Handlungen wurde nichts präsentiert. Wo und welche Interessen der AStA und seine Referenten er in unserem Namen vertritt und für welche Inhalte er steht, wollte man dem Parlament nicht zeigen. Dies heraus zu finden, wurde den Fragen der Parlamentariern überlassen und mehr als ungenügend erfüllt. Das der AStA hier ein Chance zur Präsentation seiner Arbeit unnötig verschenkt hat sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Nicht nur das die Berichte eher nichtssagend waren, so hielten es eine Reihe von Referenten nicht für nötig vor dem Parlament zu erscheinen und für ihre Arbeit Rede und Antwort zu stehen. Was uns leider eindrücklich den Respekt des AStA gegenüber dem Parlament zeigt, das für sie wohl nur ein Versammlung von Abnickern ihrer vermeintlichen Wohltaten zu sein scheint.

Wenn wir von einer verschenkten Chance zur Präsentation sprechen, bringt uns das zum Referat für Öffentlichkeitsarbeit bringt. Den gerade diesem muss vom Arbeitsauftrag her ein guter und gelungener Auftritt des AStA am Herzen liegen. Aber leider versagt das Volkskommissariat für Propaganda und Volksaufklärung hier auf ganzer Linie. Nicht nur wegen Mangel an Inhalt, sondern auch angesichts der im ganzen schlechten Qualität der Berichte. Statt dessen verweist man darauf, dass nun für die Koalition – nicht für die Studierendenschaft – die Sonne aufgehe, angesichts der ständigen Schaffenskraft der werktätigen Referenten des AStA im Allgemeinen und der Referenten des Volkskommissariat für Propaganda und Volksaufklärung im Besonderen.

Nicht nur Inhalte fehlten. Es war mit unter nicht möglich die geleistete Arbeit in einen Kontext zum Referat zu stellen. Dies hat das Referat Kritische Wissenschaft eindrucksvoll gezeigt. Trotz wiederholter Fragen und Nachfragen von Parlamentariern konnten die Referenten den Zusammenhang zwischen Kritischer Wissenschaft und den von ihnen durchgeführten Veranstaltungen nicht schlüssig darstellen. Es wurden Allgemeinplätze aufgezählt und im besten Politikersprech mit vielen Worten nichts gesagt.

Der AStA-Vorstand zeigt sich von erlesener Qualität in der Beantwortung der Frage nach Inhalten ihrer Arbeit. Diese wurde beantwortet mit der schnippischen Bemerkung „Soll ich Dir eine Geschichte erzählen?“. Vielleicht sollte der Vorstand tatsächlich auf Geschichten erzählen umsteigen. Augenscheinlich kann er das besser als sich an Inhalte von Gesprächen mit Vertretern der Uni oder von Hochschulgruppen zu erinnern. Vermutlich kann der Vorstand besser Geschichten erzählen als sinnvolle an unseren Interessen orientierte Arbeit leisten. Würde sonst dieser von Dilettantismus und Unvermögen beherrschte AStA immer wieder Mehrheiten finden? Wohl kaum.

Ein kleiner Lichtblick in dieser inhaltslosen Wüste war der Bericht des Referats Ökologie und Mobilität. Auch hier leider nicht in seiner schriftlichen Form, aber in den vor dem Parlament gegebenen Antworten. Der anwesende Referent konnte profund auf die Fragen antworten und gestand offen ein wo er aufgrund der Arbeitsteilung im Referat keine Antwort geben konnte bzw. nicht in die Details einsteigen konnte.

Was bleibt als Erkenntnis dieses Abends. Vor allem, dass ein AStA und eine ihn tragende Koalition, die mit großen Zielen und inhaltsschwangeren Ankündigungen angetreten ist, diese nicht präsentieren kann. Aber dieser Mangel an Fähigkeit zur Präsentation ist nicht das Problem. Das Problem ist viel mehr, dass man nichts zu präsentieren hat! Wer Inhalte hat, wer Ziele erreicht hat, Ideen umgesetzt hat oder Diskussionen in der Hochschule angestoßen hat, kann und will davon erzählen und möchte sich im Glanze des Erreichten sonnen. Besonders wenn man mit dem Geltungsdrang ausgestattet ist, den uns AStA und Koalition vorführen.

Doch wo nichts ist, kann auch nichts präsentiert werden.

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